Party an der Börse, Kater im Lager: Warum der KI-Hype ein solides Fundament braucht
Die Technologiebranche boomt, und die Begeisterung für künstliche Intelligenz (KI) kennt kaum Grenzen. Doch während die Aktienkurse der Tech-Giganten in schwindelerregende Höhen steigen, sieht es im Boden der Lagerhallen oft ganz anders aus.
Was hier wirklich los ist
Der aktuelle Hype um KI ist geprägt von einem gefährlichen Missverhältnis: Während Investoren auf beispiellose Effizienzsprünge setzen, hinkt die Realität hinterher. KI wird als Wundermittel gesehen, aber operative Grundlagen sind oft vernachlässigt worden.
Verborgene Schwächen im System
Im Supply Chain Management, kurz SCM genannt, sieht man das häufiger. SCM ist die Verwaltung des Warenflusses von Rohstoffen bis zum Endprodukt, also quasi das Rückgrat der Logistik in Unternehmen. Viele Führungskräfte hoffen auf autonome Systeme. Doch grundlegende Probleme wie ungenaue Bestandsdaten und fehlendes Prozessverständnis können nicht durch KI gelöst werden.
Ein häufig diskutiertes Thema sind ERP-Systeme, also Unternehmensressourcenplanung. Sie sollen alle Daten bündeln, aber wenn Stammdaten, also die grundlegenden Datensätze eines Unternehmens, voller Fehler sind, sind sie kaum sinnvoll einsetzbar. Das führt oft zu Dubletten, also zu mehrfachen Einträgen der gleichen Daten, oder zu unvollständigen Datensätzen.
In vielen Projekten stellt sich heraus: Die Basis fehlt. Ohne aktuelle und präzise Daten hilft auch der beste Algorithmus nicht weiter. Und jeder Informatiker wird dir bestätigen: Ein gutes System ist nur so gut wie seine Datenbasis.
Der richtige Weg
Bevor man große KI-Projekte startet, sollte man die Hausaufgaben erledigen. Dazu gehört ein optisch unspektakuläres, aber enorm wichtiges Aufgabenfeld: die Verbesserung der Stammdatenqualität. Das bedeutet, dass alle Informationen korrekt, aktuell und vollständig sein müssen. Nur so kann KI zu den versprochenen Effizienzgewinnen führen.
Setze auf belastbare Prozesse und saubere Daten, bevor du KI als Multiplikator einsetzt. Wenn grundlegende Probleme nämlich nicht angegangen werden, automatisiert KI nur die existierenden Fehler – und das in Sekundenschnelle statt wie früher in Wochen oder Monaten.
Deshalb mein Ratschlag: Bevor du in hochkomplexe KI-Lösungen investierst, lege den Fokus auf solide Grundlagen. Gute Daten und klar definierte Prozesse sind das Fundament, auf dem KI nachhaltig wirken kann.
Die wichtigste Erkenntnis: KI ist kein Ersatz für Hausaufgaben, sondern ein Verstärker für das, was gut läuft. Baue also stark und weitsichtig – dann bleibt der Kater nach der Party aus.


